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Pyrit, Schwefelkies

Pyrit Klasse (Dana) 2 Sulfide und Sulfosalze
2/D2.17 Gruppe Pyrit
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel FeS2
Varietät Bravoit
Kristallsystem kubisch, bar 3 2/m
Farbe messingfarben gelb
Strichfarbe grünlich bzw. bräunlich schwarz
Glanz Metallglanz
Transparenz undurchsichtig
Erkennung Kristallverhalten, Härte, Strich, Glanz, spröde

Pyrit oder Schwefelkies ist das klassische "Narrengold". Es gibt noch einige andere leuchtend messingfarbenen Mineralien, aber Pyrit ist das bekannteste Mineral, das für Gold gehalten wird. Es ist unter Sammler wegen seiner goldenen Farbe und interessanten Kristallen beliebt. Es ist in der Erdkruste weit verbreitet und bildet eine riesige Anzahl an Formen und Varietäten aus.

Bravoit ist der Name eines nickelhaltigen Eisensulfids, das dem Pyrit sehr ähnlich ist, aber bis zu 20% Nickel enthält. Einige Mineralienbücher bezeichnen es als Varietät von Pyrit.

Pyrit ist ein Polymorph von Markasit, d.h. es hat die gleiche Chemie, aber unterschiedliche Strukturen und damit andere Symmetrien und Kristallformen. Beide lassen sich nur schwer voneinander unterscheiden, wenn eindeutige Erkennungsmerkmale fehlen.

Die Struktur von Pyrit entspricht dem von Galenit mit der chemischen Formel PbS. Galenit hat aber eine höhere Symmetrie. Der Unterschied zwischen beiden ist, dass das einzelne Schwefelatom des Galenits durch ein Schwefelpaar beim Pyrit ersetzt ist. Dieses Schwefelpaar unterbricht die vierfache Symmetrie des Schwefelatoms, so dass Pyrit eine niedrigere Symmetrie wie Galenit hat.

Trotz des weit verbreiteten Vorkommens und des hohen Eisengehalts, wurde Pyrit nie als Eisenerz verwendet. Eisenoxide wie Hematit und Magnetit sind die Haupterze. Pyrit lässt sich nicht so wirtschaftlich nutzen wie diese Erze und hat nicht die Tendenz in höheren Konzentrationen vorzukommen. Wenn diese Erze selten werden, wird Pyrit sicherlich das Haupterz für Eisen.

Während des 2. Weltkriegs wurde Pyrit wegen seines Schwefelgehalts abgebaut. Es wurde eine Sulfidlagerstätte in der Nähe von Ducktown, Tennesee, durch eine Mine ausgebeutet für die Gewinnung von Pyrit und anderen Sulfiden wie Pyrrhotit und Pentlandit für die Schwefel und Eisenproduktion. Jetzt erfolgt die Schwefelgewinnung durch H2S von natürlichen Gasquellen.

Kristallverhalten Würfel, Oktaeder und Kristalle mit Kombinationen aus beiden. Gute Durchdringungszwillinge sind selten. Flache Scheiben, genannt "Pyrit-Sonnen" oder "Pyrit-Dollars" sind in Steineläden gefragt. Auch massive, nierenförmige oder Ersetzungen anderer Mineralien und Fossilien, die Pseudomorphe oder Kopien bilden.
Spaltbarkeit undeutlich
Spaltrichtungen  
Bruch muschelförmig, uneben
Zähigkeit spröde
Härte 6 ... 6,5
Dichte 4,95 ... 5,1
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex  
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit lösbar in Salpetersäure, verschwindet ohne Blasenbildung
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften Pyrit ist nicht wie Gold schneidbar
Verwendung  
Bearbeitung Ein Haupterz für Schwefel für Schwefelsäure, im Schmuckbereich unter dem Handelsnamen "Markasit" verwendet, Mineralprobe
Vorkommen Deutschland
Peru
Russland
Spanien
Südafrika
USA, Illinois
USA, Missouri
und viele, viele andere Vorkommen
Gesellschaften Calcit, Fluorit, Galenit, Gold, Quarz, Sphalerit und viele andere Mineralien.
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