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      Max Habicht
         1001 Nacht

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3. Nacht

Die folgende Nacht tat Dinarsade an ihre Schwester dieselbe Bitte, wie in den beiden vorhergehenden: "Meine liebe Schwester," sprach sie zu ihr, "wenn du nicht schläfst, so bitte ich dich, mir eins von den schönen Mährchen zu erzählen, die du weißt."

Der Sultan aber sagte, dass er das Ende der Erzählung von dem Kaufmann und dem Geiste hören wollte; weshalb Scheherasade sie also wieder aufnahm:

"Herr, während der Kaufmann und der Greis, welcher die Hinde führte, sich unterhielten, kam noch ein Greis dorthin, dem zwei schwarze Hunde folgten. Er näherte sich ihnen, grüßte sie, und fragte sie, was sie an diesem Orte machten. Der Greis mit dem Hinde erzählte ihm das Abenteuer des Kaufmanns mit dem Geiste, was zwischen beiden vorgegangen, und den Schwur des Kaufmanns. Er fügte hinzu, dass dieses der Tag des gegebenen Versprechens wäre, und dass er gesonnen wäre, dort zu bleiben, um zu sehen, was daraus würde.
Der andere Greis fand die Sache ebenfalls seiner Neugier wert, und fasste denselben Entschluss. Er setzte sich zu ihnen, und kaum hatte er sich in ihr Gespräch gemischt, als noch ein dritter Greis mit einem Maultiere ankam, welcher die beiden andern anredete und sie fragte, warum der Kaufmann neben ihnen so traurig wäre. Man sagte ihm die Ursache davon, welche auch ihm so außerordentlich deuchte, dass er ebenfalls Zeuge zu sein wünschte von dem, was sich zwischen dem Geist und dem Kaufmanne zutragen würde. Er setzte sich deshalb zu den Andern.

Bald darnach erblickten sie auf dem Felde einen dicken Dunst, wie wenn der Wind Staubwirbel emportriebe. Dieser Dunst nahte sich ihnen, verschwand plötzlich, und der Geist erschien, welcher, ohne sie zu grüßen, mit dem Säbel in der Hand auf den Kaufmann losging, ihn beim Arm ergriff, und zu ihm sagte: "Steh auf, damit ich dich töte, wie Du meinen Sohn getötet hast."

Der Kaufmann und die drei Greise erschraken, und fingen an zu weinen und die Luft mit ihrem Geschrei zu erfüllen...

Indem bemerkte Scheherasade, dass es Tag war, und brach ihre Erzählung ab, welche die Neugier des Sultans so sehr gereizt hatte, dass er durchaus das Ende davon wissen wollte, und daher den Tod der Sultanin nochmals bis morgen aufschob.

Es ist nicht auszudrücken, wie groß die Freude des Großwesirs war, als er sah, dass der Sultan ihm nicht befahl, Scheherasade töten zu lassen. Seine Familie, der Hof, und alle Leute waren allgemein verwundert darüber.

Ü   Þ

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