Yellowstone-
Nationalpark

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Bisons

NPS-Foto: BisonWissenschaftlicher Name: Bison bison
Englischer Name: bison

Verhalten und Größe

  • Männchen (Bullen) wiegen bis zu 1000 kg, Weibchen (Kühe) wiegen bis zu 500 kg.
  • Sie leben 12…15 Jahre.
  • Drei Herden: Nord (Lamar Valley), Mary Mountain (Hayden-Firehole Valleys), Pelican Valley.
  • Fressen hauptsächlich Gras und Staudengewächse.
  • Paarungszeit im späten Juli bis in den August; gebären ein Kalb im späten April oder Mai.
  • Können aggressiv sein, sind sehr beweglich und können bis zu 50 km/h schnell rennen.

Anzahl

  • ungefähr 3500

Wo können Bisons beobachtet werden?

  • Ganzjährig: Hayden und Lamar Valley.
  • Sommer: Grasland des Parks
  • Winter: Hydrothermale Bereiche und entlang des Madison River.

Geschichte

  • Der Yellowstone-Nationalpark ist das einzige Gebiet in den 48 Kernstaaten der USA, das fortwährend von einer frei lebenden Bisonpopulation seit prähistorischen Zeiten besiedelt war.
  • Im 19. Jahrhundert wurden durch gewerbliches Jagen, Sportjagen und durch Campagnen der US-Armee der Bison beinahe ausgerottet.
  • In Jahr 1902 reduzierten Wilderer die kleine Herde des Yellowstones auf ungefähr zwei dutzend Tiere.
  • Die US-Armee, die den Yellowstone zu dieser Zeit verwaltete, schützte diese Bisons vor weiterer Wilderei.
  • Bisons von privaten Herden vermehrten die einheimische Herde.
  • Für Jahrzehnte wurden die Bisons intensiv verwaltet, in dem Glauben, dass sie zusammen mit den Hirschen und Dickhornschafen, den Park zu stark beweiden würden.
  • Ab dem Jahr 1968 wurde die stark beeinflussende Verwaltung (einschließlich der Herdverkleinerung) der Bisons eingestellt und ein natürlicher, ökologischer Prozess begann.

Siehe auch Angelegenheiten über ihre Verwaltung und Brucellose.

Für viele Jahre wurden die Bisons des Yellowstones als eine Unterart betrachtet, benannt als Bergbison. Die meisten Wissenschaftler machen nicht länger diese Unterscheidung und betrachten alle Bisons als eine Art, Bison bison.

Die Bisons sind die größten Landsäugetiere in Nordamerika. Bullen sind viel massiver in ihrer Erscheinung wie Kühe und haben einen stärkeren Pelzkragen. Für ihre Größe sind Bisons agil und schnell und können Geschwindigkeiten von über 50 km/h erreichen. Jedes Jahr verletzen Bisons Parkbesucher, die ihnen zu nahe kamen.

Bisons erreichen ihre Geschlechtsreife im Alter von 2 Jahren. Obwohl jüngere weibliche Bisons sich schon früh fortpflanzen, nehmen erst ältere Männchen (>7 Jahre) an der Fortpflanzung teil. Im Yellowstone ist die Lebenserwartung durchschnittlich 12…15 Jahre, einige Individuen erreichen ein Alter von bis zu 20 Jahren. Beide Geschlechter tragen Hörner, wobei die der Kühe etwas mehr gebogen und schlanker sind wie die der Bullen.

Bisons sind Tiere des Graslands, sie fressen hauptsächlich Gras und Staudengewächse. Ihr massiver Buckel stützt starke Muskeln, die dem Bison erlauben, ihren Kopf im Winter als Schneepflug zu verwenden, wobei sie ihn hin und her schwingen, um den Schnee wegzufegen.

Kühe, Kälber und einige jüngere Bullen bilden eine Herde. Mächtige Bullen verbringen den Großteil des Jahres alleine oder mit anderen Bullen. Die Ausnahme ist während der Brunft oder Paarungszeit. Zu dieser Zeit, im späten Juli und August, suchen die Bullen nach Weibchen. Sie zeigen ihre Dominanz durch Brüllen, Wälzen und Verwickeln von anderen Bullen in Kämpfe. Hat ein Bulle eine Kuh gefunden, die kurz vor der Brunst steht, wird er an ihrer Seite bleiben, bis sie bereit ist, sich zu paaren. Dann sucht er nach einer anderen Kuh.

Nach einer Trächtigkeit von 9 bis 9½ Monaten, wird ein rötlich-braunes Kalb im späten April oder im Mai geboren. Kälber können mit der Herde 2 bis 3 Stunden nach ihrer Geburt mithalten und sie werden von ihren Müttern und anderen Mitgliedern der Herde gut beschützt. Jedoch können Wölfe und Grizzlybären Bisonkälber töten.

Erwachsene Bisons hatten keine großen Feinde für viele Jahrzehnte, obwohl die Wiederansiedlung der Wölfe im Yellowstone das geändert hat – Wölfe töten einige erwachsene Bisons jedes Jahr. Wissenschaftler haben in der jüngsten Vergangenheit beobachtet, dass Grizzlybären Bisons ebenfalls erfolgreich jagen. Tote Bisons bieten eine wichtige Nahrungsquelle für Aasfresser und andere Fleischfresser.

Viele Insekten ernähren sich von Bisons und die Bisons reiben sich gegen Bäume, Felsen oder wälzen sich in Drecklöchern, um zu versuchen, diese Insektenschädlinge loszuwerden. Vögel, wie die Elster „reiten“ auf den Bisons, um Insekten aus ihren Fellen zu fressen. Kuhstärlinge (Molothrus) folgen den Bisons, um Insekten zu fressen, die sie durch ihre Beine aufgescheucht haben.

Geschichte

30 bis 60 Millionen Bisons zogen im Nordamerika des 19. Jahrhunderts umher. Ihr historisches Verbreitungsgebiet zog sich vom Pazifik bis zu den Appalachen. Als Ergebnis des Überjagens, verschwanden sie östlich des Mississippi nach 1832.

Obwohl Bisons fast überall im Land gefunden werden konnten, war ihr Hauptlebensraum die großen Ebenen. Für Jahrtausende zogen Bisons in Herden mit drei bis fünf Millionen Tieren umher. Die Stämme der Ebenen entwickelten eine Kultur, die von den Bisons abhing. Fast alle Teile des Bisons boten etwas für die Lebensweise der amerikanischen Ureinwohner – Nahrung, Werkzeuge, Schutz oder Kleidung. Kein Teil des Tieres wurde weggeworfen; sogar der Dung wurde als Brennmaterial verwendet. Das Jagen der Bisons erforderte Geschick und Zusammenarbeit, um die Tiere zu hüten und einzufangen. Nachdem die Stämme Pferde von den Spaniern im 17. Jahrhundert erlangten, konnten sie weiter fort bewegen und die Bisons leichter finden und jagen.

Aber amerikanische Siedler europäischer Abstammung zogen während des 19. Jahrhunderts westwärts und änderten das Gleichgewicht. Erwerbsmäßiges Jagen, Sportjagen und Campagnen der US-Armee im späten 19. Jahrhunderten rotteten die Bisons beinahe aus.

Der Yellowstone war der einzige Ort in den 48 Kernstaaten, wo die Population aus wilden, frei umherziehenden Bisons bestehen blieb. Die US-Armee, die zu dieser Zeit den Yellowstone verwaltete, beschützte diese paar Duzend Bisons so gut es ging vor Wilderern. Der Schutz der Bisons im Yellowstone und ihrer nachfolgende Wiederherstellung ist einer der größten Erfolge der amerikanischen Naturschutzbewegung.

Geschichte der Verwaltung

Trotz des Schutzes, wurden die Bisons des Yellowstones durch Wilderei auf weniger als zwei Dutzend Tiere im Jahr 1902 reduziert. Den Niedergang der wilden Herde befürchtend, brachte die US-Armee 21 Bisons von Ranches zum Yellowstone. In den Jahren 1906-07 wurde die Buffalo Ranch im Lamar Valley aufgebaut und nahm ihren Betrieb auf, um die Anzahl der Bisons im Park zu erhöhen. Unterschiedliche Managementstrategien wurden bis Mitte der 1930iger Jahre verwendet, um die Größe der Herde zu erhöhen, die auf mehr als 1000 Tiere anwuchs. Während dieser Zeit vergrößerte sich langsam auch die überlebende einheimische Bisonherde des Parks im Pelican Valley.

Die Politik begann sich in den 1930iger Jahren zu verschieben, in die Richtung der Bewahrung der Bisons in einem mehr natürlichen Zustand mit weniger künstlicher Manipulation. Die eingeführten Bisons wurden freigelassen und konnten sich frei durch den Park bewegen und sich mit den einheimischen Bisons zu vermischen. Jedoch wurden die Bisons noch immer verwaltet, obgleich sporadisch, durch Keulung.

Im Januar 1954 bestimmte eine Lufterkundung des gesamten Parks die Anzahl der Bisons auf 1477. Auf Grund der Befürchtungen einer möglichen Überweidung, wurde nachfolgende Reduzierung durch die Verwaltung durchgeführt und eine Luftzählung im März 1967 ergab dann 397 Bisons im gesamten Park.

Im Jahr 1968 wurde die manipulative Verwaltung der Bisons durch die Strategie ersetzt, die einen natürlichen ökologischen Prozess erlaubt. Die Bisonpopulation wuchs nachfolgend und die Bisons suchten neue Bereiche innerhalb und außerhalb des Parks. Da die Menschen jetzt den Großteil des Lebensraums der Bisons besetzt hatten, waren Konflikte unvermeidlich. Bisons können eine Bedrohung für die menschliche Sicherheit sein und können bemerkenswerte Schäden an Zäunen, Feldfruchten, Landschaftsgestaltung und anderem privaten Eigentum anrichten. Und ein wichtiges Bedenken der Tierzüchter, sind einige Yellowstone-Bisons mit der Krankheit Brucellose infiziert.

Aufgrund der Brucellose sind die Bisons außerhalb des Parks nicht willkommen, auch wenn andere Huftiere, die den Erreger der Brucellose in sich tragen können, ebenfalls umherziehen. Durch die 1980iger und 90iger, wuchs diese Angelegenheit ständig zu einer der am heißen debattierten und komplexesten Kontroversen der Ressourcen des Yellowstones. Für weitere Informationen über Brucellose und dem Verwaltungsplan der Bisons, siehe Verwaltung der Bisons.

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