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Nationalpark

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Angelegenheit: Benutzung durch Besucher im Winter

Die Angelegenheit

Es wird seit 75 Jahren um die Formen einer angemessenen Benutzung im Winter des Yellowstone debattiert.

Geschichte

1949 Erste motorisierte Besucher betreten den Yellowstone mit Schneegleitern.
1955 Erste Verwendung von Schneefahrzeugen (Bombardiers) im Yellowstone.
1963 Erste Schneemobile (insgesamt sechs) kommen in den Park.
1967 Anhörung im Kongress über das ganzjährige Räumen der Straßen im Yellowstone.
1968 Die Yellowstone-Manager entschieden, statt räumen ihr eigenes Überschnee-Programm aufzulegen.
1971 Manager beginnen mit dem Räumen der Straßen und die Yellowstone Park Co. öffnete die Old Faithful Snowlodge das erste Mal.
1990 Der National Park Service veröffentlichte eine Umweltbewertung eines Winternutzungsplan für den Yellowstone und Grand Teton Nationalparks.
1997 1084 Bisons wurden beim Verlassen des Parks getötet inmitten der Bedenken über die Übertraung der Brucellose auf die Rinder in Montana. Geldmittel für Gerichtsverfahren über die Tiere; National Park Service unterzeichnet eine Vereinbarung zur Entwicklung eines neuen Winternutzungsplans und Umwelteinflusserklärung (EIS).
1999 Entwurf der Umwelteinflusserklärung veröffentlicht, über 48000 öffentliche Kommentare.
2000 Die Endfassung der Umwelteinflusserklärung veröffentlicht, erhält 11000 öffentliche Kommentare; Entscheidungsnachweis (ROD) unterzeichnet.
Dezember 2000 Die „International Snowmobile Manufacturers Assosication“ (ISMA) wird durch das vorgeschlagene Verbot herausgefordert.
Januar 2001 Die endgültigen Bestimmungen werden im „Federal Register veröffentlicht; dies verbietet Schneemobile im Yellowstone und Grand Teton im Winter 2003-04.
Juni 2001 Es wird eine Einigung mit ISMA erreicht; der National Park Service stimmt zu, einen ergänzende Umwelteinflusserklärung (SEIS) vorzubereiten.
Frühling 2002 Entwurf des SEIS veröffentlicht, über 350000 Kommentare gingen ein.
2003 Die Endfassungen von SEIS und ROD unterzeichnet und am 11. Dezember werden diese Vorschriften im „Federal Register“ veröffentlicht; es werden 950 Schneemobile täglich unter einer Führung und bestmöglichster Technik zugelassen.
16.12.2003 Richter Sullivan setzt 2003 die Entscheidung (SEIS) aus und ordnet dem National Park Service an, alle Freizeitaktivitäten mit Schneemobilen einstellen zu lassen.
10.2.2004 Richter Brimmer erlässt eine einstweilige Verfügung gegen die Endfassung (erster EIS), der die Schneemobile verbietet. Im Oktober hebt er diese Verfügung auf.
2004 Der National Park Service vollendete die Umwelterklärung für die zeitweilige Winternutzung für die Yellowstone und Grand Teton Nationalparks; 95000 Kommentare wurden eingereicht.
2005 Der National Park Service beginnt die Vorbereitung einer dritten Umwelteinflusserklärung der Winternutzung; 33000 Einzelkommentare eingereicht.

Aktueller Status

Im Dreijahresplan, der in den Jahren 2006-2007 gültig ist, wird eine begrenzte Anzahl von Schneemobilen unter professioneller Führung im Yellowstone während der Wintersaison zugelassen

Ziele der Winternutzung

• Anbieten einer qualitativ hochwertigen, sicheren und erzieherischen Wintererfahrung für Besucher.
• Gesundheit und Sicherheit für Besucher und Mitarbeiter.
• Schutz der hohen Luftqualität.
• Schutz der natürlichen Geräuschkulisse.
• Einflüsse auf das Wildleben mildern.
• Minimierung der nachteiligen ökonomischen Einflüsse der Schlüsselgemeinden.

Aktualisierung: http://www.nps.gov/yell/planvisit/winteruse/index.htm.

Hintergrund

Die Winternutzung des Yellowstone ist Objekt von Debatten seit über 75 Jahren. Mindestens zwölf Mal seit 1930 haben der National Park Service (NPS) und seine interessierten Beobachter und Parkbesucher formell darüber debattiert, wie der Yellowstone im Winter aussehen und gehandhabt werden soll; unzweifelhaft wurde zwischen diesen zwölfmaligen Debatten weiterdiskutiert.

Angefangen in den frühen 1930iger Jahren, fragten die umliegenden Gemeinden den National Park Service, die Straßen des Yellowstones ganzjährig offen zu halten, so dass der Tourismus und die damit verbundenen Einnahmen in ihren Gemeinen angekurbelt wird. Jedes Mal widerstand der National Park Service mit den Begründungen, keine winterfesten Gebäude, strenge Wetterbedingungen und zu enger Straßen für die Lagerung des Schnees. In der Zwischenzeit experimentierten die schneegebundenen Unternehmer in West Yellowstone mit motorgetriebenen Fahrzeugen, die über die schneebedeckten Straßen fahren konnten. Im Jahr 1949 fuhren die ersten motorisierten Winterbesucher in den Yellowstone mit Schneegleitern, die aus propellergetriebenen Passagierkabinen auf Skiern bestanden. Im Jahr 1955 begannen Touren im Park auf Schneefahrzeugen von Bombardier (sie wurden Schneemobile genannt), die mit Überschneefahrzeugen mit bis zu 10 Passagieren durchgeführt wurden. Endlich begannen 1963 die ersten Besucher mit modernen Schneemobilen den Yellowstone zu besuchen; nicht lange danach wurden die Schneemobile die vorherrschende Methode der Wintertouren im Park.

Noch immer besteht der Druck, die Parkstraßen zu räumen und die Parkverwaltung weiß, dass sie nicht Schneemobile und Fahrzeuge zusammen aufnehmen kann. Die Angelegenheit gipfelte in einer Kongressanhörung in Jackson, Wyoming, im Jahr 1967. Seit dieser Zeit erkannten die Manager des Yellowstones, dass wenn sie räumen lassen würden, das Aussehen und Empfindung der Winterwildnis des Parks sich dramatisch ändern würde. Die Schneemobile bieten eine Möglichkeit Besucher aufzunehmen, während eine parkähnliche Atmosphäre aufrecht erhalten wird. Konsequenterweise formalisierten die Manager ihr Überschnee-Fahrzeugprogramm, in dem Glauben, dass sie die Parkressourcen dadurch besser schützen würden wie durch das Räumen. Im Jahr 1971 begannen sie Routen für Schneemobile zu pflegen, um ein einfacheres, komfortableres Touren zu ermöglichen und eröffneten auch die Old Faithful Snowlodge, so dass Besucher auch am berühmten Geysir übernachten konnten.

Durch die 1970iger, 80iger und frühen 90iger Jahre nahmen die Besucher durch die Schneemobile ständig zu (einige Besucher benutzen noch die Schneefahrzeuge im Park, aber es gab hier bis vor kurzem kein wesentliches Wachstum). Dieses Wachstum brachte unvorhergesehene Probleme, besonders Luft- und Lärmverschmutzung, Streit mit anderen Besuchern und Drangsalierung von Wildtieren.

Im Jahr 1990 wurde erkannt, dass durch das Lösen des einen Problems, sich andere entwickeln, vollendeten die Parkmanager die Umwelteinflusserklärung des Winternutzungsplan für die Yellowstone und Grand Teton Nationalparks und den John D. Rockefeller, Jr. Memorial Parkway. Dieser Plan formalisierte das bestehende Winternutzungsprogramm des Parks und schließt eine Verpflichtung ein, die Angelegenheit weiter zu untersuchen, wenn die Winterbesucherzahlen gewisse Schwellwerte überschreiten.

Im Winter von 1992-93 überstieg die Winternutzung die Planzahlen für das Jahr 2000 (143000 Besucher) und kurz danach öffnete der Schneemobil-Wanderpfad der kontinentalen Wasserscheide durch den Grand Teton Nationalpark. Entsprechend dem Plan von 1990 begann der National Park Service eine Besucher-Nutzungsanalyse, die alle Arten der Wintererholung auf dem Land im größeren Yellowstonegebiet, das durch den National Park Service und den U. S. Forest Service (USFS) verwaltet wird. Die Park und Forstwirtschafts-Mitarbeiter verwendeten wissenschaftliche Studien, Besucherumfragen und öffentliche Kommentare, die Angelegenheit oder Probleme mit der Winternutzung zu analysieren. Im Abschlussbericht: Eine Verpflichtung mehrerer Stellen, veröffentlicht im Jahr 1999 machte viele Empfehlungen für die Park- und Forstmanager und fassten den Wissensstand über die Winternutzung dieser Zeit zusammen.

Ein Gerichtsverfahren und die erste Umwelteinflusserklärung

Während des harten Winters von 1996-97, verließen über 1000 Bisons den Park und wurden erschossen oder zum Schlachter geschickt, mitten in den Bedenken, sie könnten die Brucellose auf die Rinder in Montana übertragen. Bedenken, dass geräumte Straßen die Anzahl der Bisons erhöhen könnten, die den Park verlassen und erschossen werden, der Fond für Tiere und andere, vor dem Bundesgericht in Washington, D.C. gegen den National Park Service anhängige Fälle im Mai 1997. Das Gerichtsverfahren führe drei Hauptbeschwerden auf:

• Der National Park Service scheiterte in der Vorbereitung einer Umwelteinflusserklärung betreffend der Winternutzung im Yellowstone und Grand Teton Nationlparks und dem Rockefeller Parkway.
• Der National Park Service scheiterte in der Zusammenarbeit mit U. S. Fish und Wildlife Service die Einflüsse der Winternutzung auf bedrohte und gefährtete Arten zu bestimmen.
• Der National Park Service scheiterte in der Untersuchung der Einflüsse geräumter Straßen im Park auf das Wildleben und anderer Parkressourcen.

Im Oktober 1997 unterzeichneten alle Parteien eine Vereinbarung das Gerichtsverfahren mit einem Vergleich abzuschließen; hauptsächlich dadurch, dass der National Park Service ein Winternutzungsplan erstellt und eine entsprechende Umwelteinflusserklärung (EIS) und den U. S. Fish and Wildlife Service kontaktiert, um die Einflüsse der Winternutzung auf die bedrohten und gefährdeten Tierarten zu untersuchen.

Die Parkplaner begannen mit der Vorbereitung der Umwelteinflusserklärung und dem verbundenen Winternutzungsplan Anfang 1998. Neben den Bedenken des Gerichtsverfahrens, hatte der Plan mehrere umfassende Ziele, die durch alle nachfolgenden Winterplanungsanstrengungen die gleichen blieben und auf der ### Seitenleiste auf Seite 169 ### aufgeführt sind.

Im August 1999 veröffentliche der National Park Service den Entwurf der Umwelteinflusserklärung zur öffentlichen Kommentierung. Die Alternativen berücksichtigten die Angelegenheiten des Zugriffs der Besucher, Lärm, Emissionen, Bedenken des Wildlebens und Erschwinglichkeit. Die bevorzugte Alternative, nach der gefragt wurde, war unter anderem das Räumen der Straße von West Yellowstone zu Old Faithful und das Zulassen von Schneemobilen auf den anderen Parkstraßen (da die geräumte Straße nicht mit anderen Straßen verbunden wäre, das Räumen würde nicht wesentlich den Parkcharakter ändern). Die Behörde erhielt über 48000 öffentliche Kommentare, die ziemlich gleichmäßig zwischen der alleinigen Zulassung von Schneefahrzeugen und denen, die die weitere Verwendung von Schneemobilen wünschten, aufgeteilt war.

Im Januar 1999 hat getrennt davon das Bluewater Network (eine nationale Umweltschützergruppe) und 60 weitere, verbundene Organisationen Beim Innenministerium beantragt, die Errichtung von Wanderpfaden für Schneemobile und deren Verwendung in allen Nationalparks zu verbieten. Das Innenministerium hat nicht dem Bluewater Network formal nicht beantwortet, genauso im April 2000, als das Innenministerium und der National Park Service die Absicht ankündigten, die allgemeinen Schneemobil-Bestimmungen besser zu implementieren und besser die Gesetze und Verordnungen für die Benutzung von Geländefahrzeugen auf Bundesland umzusetzen. Die Petition des Bluewater Networks half dabei, die Winternutzung von einer regionalen Debatte zu einer nationalen Debatte umzuwandeln.

Im Februar 2004 antwortete das Innenministerium auf Weisung des Richters Emmet Sullivan in Washington (siehe „Ein Winter kritischer, gerichtlicher Entscheidungen“, ### Seite 171 ###) auf die Petition des Bluewater Networks, das darlegte, dass ein vollständiges Verbot der Schneemobile im gesamten Parksystem nicht notwendig sei. Die Kurzmitteilung sagte „Wir glauben weiterhin, dass jeder Park eine einzigartige Zusammenstellung von Umweltbedingungen und Nutzung darstellt und als solche ist mit einer individuellen Analyse und Verordnungen für die Verwaltung der Schneemobile nützlicher.“

Zurück zu den Anstrengung der Umwelteinflusserklärung, lud der National Park Service neun regionale Regierungsbehörden als „zusammenarbeitende Stellen“ ein, um technische Informationen für die Ersteller der Umwelteinflusserklärung zu liefern. Diese neun waren die drei lokalen Staaten (Idaho, Montana und Wyoming), die fünf lokalen Bezirke (Gallatin and Park in Montana; Park and Teton in Wyoming; und Fremont County, Idaho) und die U. S. Forest Service. Beim Treffen mit ihnen im März 2000, kündigte der National Park Service eine neue Richtung für die bevorzugte Alternative an: Die Verwendung von Schneefahrzeugen als der einzige mechanisierte Zugriff auf das Innere des Yellowstones. In Teilen machte der National Park Service diese Entscheidung aufgrund der Environmental Protection Agency (EPA), die dies als „ökologisch bevorzugte Alternative“ bestimmte, basierend auf den Einfluss auf die menschliche Gesundheit, Luftqualität, Wasserqualität und Sichtweite; genauso antwortete der National Park Service damit auf die öffentlichen Optionen.

Der National Park Service veröffentlichte im Oktober 2000 die endgültige Version der Umwelteinflusserklärung, der das Verbot von Schneemobilen vorsieht und den Transprot nur mit Schneefahrzeugen. Im Bestreben die Öffentlichkeit voll einzubinden, akzeptierte der National Park Service weitere 11000 öffentliche Kommentare, auch durch den Council on Environmental Quality (die die Entwicklung der Umwelteinflusserklärung beaufsichtigt), die nicht eine weitere öffentliche Durchsicht der Endfassung benötigte. Die Entscheidungserklärung (ROD) wurde am 22. November unterzeichnet. Diese zwei Schritte (die endgültige Fassung der Umwelteinflusserklärung und die Entscheidungserklärung) sind allgemein die ersten von drei Schritten, die für eine Bundesbehörde notwendig ist, eine neue Hauptpolitik zu installieren. Der dritte, die Veröffentlichung der endgültigen Bestimmungen im Federal Register (diese Publikation wird zur Ankündigung neuer Vorschriften und Entscheidungen verwendet) erfolgte am 22. Januar 2001 (mit weiteren 5200 empfangenen öffentlichen Kommentaren). Die neuen Regeln verboten Schneemobile in der Wintersaison 2003-2004, erlaubten den Transport auf dem Schnee für Erholungszwecke durch die von der National Park Service verwalteten Schneefahrzeuge und führte diese Regeln schrittweise durch die Reduzierung der Anzahl der Schneemobile im Winter 2002-03 ein.

Die Entscheidungserklärung befand, dass die Benutzung der Schneemobile in der Vergangenheit wesentlich das Wildleben, Luft, Geräuschkulisse und bestimmte Erholungsressourcen der drei Parks beeinträchtigte. Als solche verletzen die Schneemobile den National Park Service Organic Act von 1916.

Ein zweites Gerichtsverfahren und die ergänzende Umwelteinflusserklärung

Am 6. Dezember 2000 hat die International Snowmobile Manufacturers Association (ISMA, eine Handelsvereinigung) und der Staat von Wyoming eine Klage vor dem U. S. Bezirksgericht gegen den National Park Service eingereicht, um die Gültigkeit der Entscheidung der Aussperrung von Schneemobilen überprüfen zu lassen. In der Zwischenzeit begann der National Park Service mit der Implementierung des Winternutzungsplans (von einem davor fertiggestellten Umwelteinflusserklärung), erlaubte bestehende Ausrüster für Schneefahrzeuge und Schneemobile Schneefahrzeuge zu ihrer Flotte hinzuzufügen und ließ 11 weitere Ausrüster zu, die Touren mit Schneefahrzeugen anbieten. Der National Park Service arbeitete mit der U. S. Department of Energy’s Idaho National Engineering and Environmental Laboratory (INEEL) zusammen, um ein Schneefahrzeug zu entwickeln, die die Unzulänglichkeiten der Schneefahrzeuge abzustellen (Unzuverlässigkeit, langsame Geschwindigkeit und beengte Fahrgastbedingungen). Das neue Fahrzeug sollte für mehrere Jahreszeiten, viele Fahrgäste, verschiedene Treibstoffe und voll verfügbar sein und der Prototyp wurde im Jahr 2003 als „Neuer gelber Bus“ vorgestellt. Außerdem begann der Yellowstone Nationalpark mit seinen Partnern die Entwicklung einer Marketingstrategie für den Besuch des Yellowstones mit dem Schneefahrzeug.

Im Juni 2001 erreichten die Parteien eine Abfindungsvereinbarung, für die der National Park Service eine ergänzende Umwelteinflusserklärung (SEIS) erstellen musste. Der Zweck dieser Ergänzung war die Berücksichtigung neuer Technologien bei den Schneemobilen und für die zusätzliche Werbung für öffentliche Mitwirkung. Partnerbehörden, die bei der Umwelteinflusserklärung beteiligt waren, wurden bei der Entwicklung dieser ergänzenden Umwelteinflusserklärung beteiligt, einschließlich der Environmental Protection Agency (EPA). Die SEIS betrachtete eine große Anzahl von Ideen für die Verwaltung der Winternutzung in den Parks und überprüfte neue Daten, einschließlich der Emissionsdaten der Industrie und von Studien der National Park Service und des Staates. Diese Arbeit widersprach nicht den Befunden der Beeinträchtigung der Parkressourcen und -werte von der vergangenen Schneemobilnutzung, wie in der Entscheidungserklärung von 2000. Eher zeigte die National Park Service zu einer neuen Lösung dieser Probleme. Der National Park Service empfing beinahe 360000 öffentliche Kommentare (viele von ihnen Serienbriefe). Obwohl ungefähr 80% dieser Kommentare gegen die Fortsetzung der Nutzung von Schneemobilen in Parks war, adressierten die Bundesmanager die allgemeinen Bedenken über den Einfluss der Schneemobile auf das Wildleben, Geräuschkulisse, Luftqualität und Besuchererfahrung.

Die Parkplaner stellten bald fest, dass sie mehr Zeit für die Analyse der großen Menge öffentlicher Kommentare benötigen. Konsequenterweise veröffentlichte der National Park Service eine Vorschrift (die „Verzögerungsvorschrift“) am 18. November 2002, was die Auslaufphase für die Schneemobile um ein Jahr verzögerte, auf den Winter von 2003-04. Dieses Detail würde wichtiger werden, wie es auf den ersten Blick den Anschein hatte.

Der National Park Service veröffentlichte die Endfassung des SEIS im Februar 2003 und die Entscheidungserklärung (ROD) wurde im März unterzeichnet (die endgültige Vorschrift dieser Entscheidung würde mit Dezember 2003 warten). Die Ziele der ergänzenden Umwelteinflusserklärung blieben die gleichen wie die der ursprünglichen Umwelteinflusserklärung. Die bevorzugte Alternative war ein Packet mit mehreren zusammenhängenden Bestandteilen, bestehend aus:

• Um die Luft- und Lärmverschmutzung zu verringern, müssen alle Schneemobile, die in den Yellowstone wollen, die beste verfügbare Technologie aufweisen, die Viertaktmotoren verwenden, um den Kohlenwasserstoffemissionen um 90% und die Kohlenmonooxidemissionen um 70% zu reduzieren, verglichen mit einem normalen Zweitakt-Schneemobil. Die gleiche Technik reduziert die Lärmemissionen auf 73 Dezibel oder darunter, wenn bei Vollgas gemessen.
• Wegen der Bedenken betreffend des Wildlebens und der Sicherheit müssen alle Schneemobile von einem, vom National Park Service geprüften Führer begleitet werden. 80% dieser Führer sind kommerzielle Führer; 20% sind nicht kommerzielle Gruppenführer, die an einer detailierte Schulung und Orientierungsprogramm teilgenommen haben.
• Es werden nicht mehr als 950 Schneemobile pro Tag im Yellowstone erlaubt, mit zusätzlichen 140 im Grand Teton National Park (solche Anzahlbegrenzungen helfen auch die Bedenken betreffend Lärm- und Luftverschmutzung und Wildtiere zu behandeln).
• Der National Park Service wird eine umfassende Überwachung und anpassbares Verwaltungsprogramm implementieren, um die kurz- und langfristigen Effekte der Verwaltungsaktionen auf die Parkressourcen und -werte abzuschätzen. Anpassungen würden von der Verwaltung der Parks als Ergebnis dieser Überwachungen vorgenommen.
• Der National Park Service wird die Entwicklung einer neuen Generation von Schneefahrzeugen als Schlüssel für den Transport im Winter fortsetzen und 24 km Seitenstraßen werden nur für diese Schneefahrzeuge zugelassen.

Ein Winter kritischer, gerichtlicher Entscheidungen

Verärgert über die Rückkehr zu Schneemobilen, klagten der „Fund for Animals“ und die Greater Yellowstone Coalition (GYC) sehr schnell, um die ergänzende Umwelteinflusserklärung und seine neue Richtung der Winternutzung anzufechten. Der „Fund for Animals“ argumentierte bei seinem Gerichtsverfahren, dass das Räumen von Straßen einen nachteiligen Einfluss auf die Verteilung der Bisons, Vielfalt und Ökologie hat und rief zu einem Ende der Straßenräumung auf, mit der Ausnahme der Straße vom Südeingang bis zum Old Faithful, wo nur wenige Bisons vorhanden sind. Die „Greater Yellowstone Coalition“ gab vor (neben anderen Dingen), dass die Änderung der Schneemobilpolitik unnötig sei und die Einflüsse der Schneemobile nicht mit dem Auftrag des Yellowstones vereinbar sind. Da beide Gerichtsverfahren gemeinsame Punkte haben, wurden sie durch den Richter Sullivan des U. S. Bezirksgerichts in Washington, D. C. zusammengelegt (an das Gericht, wo das Gerichtsverfahren von 1997 verhandelt wurde).

Während die Verhandlungen der Gerichtsverfahren liefen, setze der National Park Service die Implementierung des Winternutzungsplan fort. Beispielsweise arbeitete die Behörde mit Xanterra (einer der Hauptkommissionäre des Yellowstones) zusammen, um ein neues Eintrittsreservierungssystem für nicht-kommerzielle Schneemobile zu installieren, damit die Grenze von 950 täglich, nicht überschritten wird.

Am 11. Dezember 2003 veröffentlichte der National Park Service die endgültige Vorschrift für die Implementierung der ergänzenden Umwelteinflusserklärung im Federal Register. Fünf Tage später – gerade 13 Stunden bevor der Park mit den neuen Vorschriften geöffnet werden sollte – setzte das D. C. Bezirksgericht die Vorschrift außer Kraft. Richter Sullivan entschied nach dem Geschmack des „Greater Yellowstone Coalition“ und schrieb, dass die Entscheidung im März 2003, die die Verwendung von Schneemobilen erlaubt „willkürlich und launenhaft“ sei, eine Verletzung des Administrative Procedures Act (APA), da sie eine Umkehr der Politik sei und eine besondere Beurteilung benötige; dass die ergänzende Umwelteinflusserklärung den National Environmental Policy Act (NEPA) verletzte, da sie keine Reihe von Alternativen umfasse (besonders eine, die keine Straßenräumung zulässt); und dass der National Park Service nicht ausreichend erkläre, warum das Räumen die Bisonpopulation beeinflusst oder nicht beeinflusst. Da seine Entscheidung in die Zeit der Verzögerungsvorschrift fiel, wies der Richter Sullivan den Yellowstone Nationalpark an, die Auslaufphase für die Schneemobile zu beginnen, wie in der Verzögerungsvorschrift festgesetzt. Somit begannen die Parkbehörden in diesem Winter nur kommerziell geführte Schneemobile im Park mit 11 oder weniger Maschinen und nicht mehr als 493 Schneemobile pro Tag im Yellowstone zuzulassen. Auch wurde das neue Reservierungssystem ausgesetzt.

Die ungünstige Entscheidung des Richters Sullivan vorausahnend, eröffneten die ISMA und der Staat von Wyoming im Dezember 2003 wieder ihr ursprüngliches Gerichtsverfahren (2000) im Wyoming Bezirksgericht, bei dem sie die Auslaufphase der Schneemobile wieder angriffen. Am 10. Februar 2004 erließ der Richter Clarence Brimmer des Wyoming Bezirksgerichts eine einstweilige Verfügung im Geschmack der ISMA und Wyoming, die dem National Park Service verbot, die Auslaufphase der Schneemobile zu implementieren. Im Oktober brachte er seine Entscheidung zum Abschluss, schrieb, dass der National Park Service die zwei gleichen Gesetze verletze, wie vorher der Richter Sullivan der National Park Service vorwarf: die APA und NEPA. Er sagte, dass der National Park Service die volle Analyse der Schneefahrzeuge verfehlte – die einzige Alternative (verletzt NEPA); verfehlte die ausreichende Einbindung der Öffentlichkeit (verletzt NEPA); und lieferte keine ausreichende Rechtfertigung der Umkehr von mehreren Jahrzehnten der Benutzung von Schneemobilen (verletzt die APA).

Da die Verfügung von Brimmer im Februar mitten in der Wintersaison des Yellowstones kam, wies er den National Park Service weiter an, vorläufige Vorschriften für den Rest der 2003-2004 Saison zu erlassen, die „für alle Parteien angemessen und vernünftig“ sind. Konsequenterweise wurden die Behörden des Yellowstones und Grand Teton wieder durcheinandergeworfen, um mit Wintervorschriften herauszukommen. Dieses Mal verwendeten sie die Autorität in 36 CFR 1.5 (bekannt als „Superintendent’s Compendium“), um die fortgesetzte, verwaltete Nutzung der Schneemobile im Park zuzulassen. Diese vorläufigen Vorschriften erlaubten 780 Schneemobile pro Tag im Yellowstone und 140 pro Tag im Grand Teton für den Rest dieser Saison. Alle zusätzlichen Schneemobile über den 493 bereits täglich erlaubten, müssen Maschinen mit der besten verfügbaren Technologie sein und kommerziell geführt.

Am Ende dieses Winters hatten zwei unterschiedliche Richter zwei unterschiedliche Entscheidungen des National Park Service aufgehoben, da beide mit den gleichen zwei Gesetzen nicht vereinbar waren. In beiden Fällen waren die gewinnenden Kläger Interessenvertreter, die sich entrechtet fühlten durch die Entscheidungen, die aus ihrer Sicht extrem waren und alle angerufenen Gerichte glaubten sie, würden mit ihrer Begründung sympathisieren.

Der vorläufige Plan

Da es keine klaren Regeln gab, um den Yellowstone in der 2004-05 Wintersaison zu betreiben, schrieb der National Park Service einen vorläufige Umwelteinflusserklärung für die Winternutzung für 2004. Die Einflusserklärung spiegelte die Erfahrung wieder, die zwischen 1998 und 2004 gesammelt wurde. Zum Beispiel, dass alle Besucher einen geprüften, kommerziellen Führer benötigen, um die Parkressourcen bestmöglich zu schützen, um den Besuchern eine qualitative Wintererfahrung bieten zu können. Als Beweis Strafverfolgungen waren deutlich unter den historischen Zahlen für den Winter von 2003-04, auch nach der Berücksichtigung der reduzierten Besucherzahlen.

Der vorläufige Plan wurde im November 2004 mit einem „kein wesentlicher Einfluss gefunden“ und einer, im Federal Register veröffentlichten Vorschrift und in der Wintersaison 2004-2005 implementiert (eine Einflusserklärung hat weniger Entscheidungsschritte und benötigen keine Entscheidungserklärung). Seine Festlegungen umfassen:

• 720 Schneemobile sind täglich im Park erlaubt
• Alle Schneemobile müssen kommerziell geführt sein.
• Alle Freizeit-Schneemobile, die in den Yellowstone einfahren, müssen dem neusten Stand der Technik entsprechen, um die Lärm- und Luftverschmutzung zu verringern.

Dieser vorläufige Verwaltungsplan zur Winternutzung ist eine ausgeglichene Annäherung, die gewährleistet, dass die Parkressourcen geschützt werden, den Besucher den Zutritt zum Park ermöglicht und gibt Besuchern, Angestellten und Bewohnern der Schlüsselgemeinden des Parks die Informationen zur Planung für die nächsten Jahre. Der Plan tritt in Kraft während der Wintersaison von 2006-07. Wenn ein neuer Plan nicht bestätigt wird, wird die Benutzung der Schneemobile und Schneefahrzeuge eingestellt.

Ausblick

Einige Gerichtsverfahren wurden mit der Einflusserklärung eingestellt und einige sind noch anhängig. Im Oktober 2005 entschied Richter Brimmer den sichtbarsten der Gerichtsfälle, von dem Staat von Wyoming und der Wyoming Lodging and Restaurant Association gegen den National Park Service, den vorläufigen Winternutzungsplan anfechtend. Brimmer entschied nach dem Geschmack des National Park Service, behielt aber sich die Gerichtsbarkeit über zukünftige Winternutzungsentscheidungen des National Park Service vor. Andere Gerichtsverfahren werden fortgesetzt und ihr Ergebnis ist nicht vorhersehbar.

Getrennt davon passierten den U. S. Kongress Gesetzesentwürfe, die die Befolgung der vorläufigen Winternutzungsbestimmungen in den Geschäftsjahren 2005 und 2006 vorschreiben. Solche Gesetze ersetzen die Vorschriften und bieten allen Interessenvertretern Gewissheit für die zukünftigen Winter.

In der Zwischenzeit überwachen Wissenschaftler weiterhin die Winternutzung. Diese Information wird dazu verwendet, eine neue Umwelteinflusserklärung zu entwickeln, die in neuen Bestimmungen für die Winternutzung des Yellowsonte und Grand Teton Nationalparks und dem John D. Rockefeller, Jr. Memorial Parkway führen wird. Im Entwurf der Umwelteinflusserklärung setzt der Park seine Arbeit mit seinen Nachbarn und Partnern fort – einschließlich der Konzessionäre, Führer für Schneemobile und Schneefahrzeugen und Ausstatter, Handelskammern, Geschäften und Naturschutzgemeinschaften und den Tourismusorganisationen des Staates. Parkplaner erwarten, dass die Bestimmungen vor dem Anfang der Wintersaison 2007-08 verabschiedet werden.

Eine historische Wendung in der Winternutzung trat im Yellowstone Nationalpark auf. Anstatt eine im Wesentlichen unverwaltete Situation von 40 Jahren zuzulassen, umfassten die letzten zwei Winter eine Implementierung der gut-verwalteten, erfreulichen Winternutzungsprogramms. Yellowstone und Grand Teton Nationalparks und der John D. Rockefeller, Jr. Memorial Parkway verbleiben offen für die Winterbesuche und ein großartiger Platz für Besuche.

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