Yellowstone-
Nationalpark

www.Wissen-im-Netz.info

Angelegenheiten des Parks

Homepage
   Freizeit
      Reisen
         Yellowstone
            Angelegenheiten
               Wasserinvasoren
               Bioprospecting
               Bisons

               Bären
              
Northern Range
              
Umwelt
              
Wildnis
              
Winter
              
Wölfe

Angelegenheit: Wasserinvasoren

Die Wasserinvasoren können das natürlich funktionierende Ökosystem des Parks unumkehrbar schädigen.

Aktueller Status

  • In den USA gibt es aktuell über 250 exotische (von einem anderen Kontinent) Wasserlebensformen und über 450 nicht einheimische (bewegen sich außerhalb ihres natürlichen Bereichs) Wasserlebensformen.
  • Mindestens 3 invasive Wasserlebensformen gibt es in den Gewässern des Yellowstones:
    • 1 Weichtier
    • 1 Fisch
    • 1 exotischer, Krankheit-verursachender Mikroorganismus
  • Das Parkpersonal setzt die Erziehung von Besuchern zur Verhinderung der Ausbreitung der invasiven Wasserlebensformen laufend fort.
 

Empfehlungen für die Öffentlichkeit: Reinigen Sie Ihr Boot! Reinigen Sie ihre Motoren und Paddel!

  • Entfernen Sie alle Pflanzen, Tiere, Schmutz, Sand und andere Ablagerungen von ihrem Boot und Ausrüstung.
  • Reinigen Sie Ihr Boot  mit einem Heißwasser-Hochdruckreiniger, genauso wie den Anhänger und die Ausrüstung.
  • Lassen Sie See- und Flusswasser aus dem Kielraumbereich Ihres Bootes aus, genauso wie aus anderen versteckten Fächern oder Schotten, möglichst weit entfernt von den Parkgewässern.
  • Entsorgen sie alle Köder bevor sie den Park betreten. Anderenfalls entsorgen Sie die Köder in einem fest verschlossenem Plastikbeutel und werfen Sie ihn in einen Müllcontainer des Parks.
  • Trocknen Sie ihre gesamte Ausrüstung in der Sonne für bis zu 5 Tagen oder behandeln Sie ihre Ausrüstung mit einer 10-prozentigen Bleichlösung.

Wiederholen sie dies alles bevor Sie den Yellowstone Nationalpark verlassen.

 

Während der späten 1880iger Jahre, als die Armee den Yellowstone Nationalpark verwaltete, wurde die US Fish Commission (ein Vorläufer der heutigen US Fish and Wildlife Service) eingeladen, nicht einheimische Fische in einige Parkgewässer einzusetzen. Diese Einsetzungen sind die ersten bekannten, absichtlichen Einführungen von nicht einheimischen Fischen in den Yellowstone. Vier Forellenarten wurden eingeführt – Bachsaibling, Bachforelle, Seeforelle und Regenbogenforelle. Sie vermischten sich mit den einheimischen Forellenarten und verursachten einen Verlust der genetischen Diversität.

Die anderen invasiven Wasserarten – neuseeländische Deckelschnecke und der Mikroorganismus, der die Wirbelkrankheit verursachte – kamen wahrscheinlich durch unaufmerksame Bootbesitzer und Angler in den Park, die die Organismen von anderen Fischgründen im Umland einschleppten.

Die invasiven Wasserarten, die von Angler und Bootsbesitzer eingeführt wurden, bleiben eine ernsthafte Bedrohung für das Wasserökosystem des Yellowstones. Derzeit treten invasive exotische Wasserlebensformen in fließenden Gewässern, Flüssen und Seen (sowohl in der Nähe der Küste und des Inlands) über die ganze Vereinigten Staaten verstreut auf. Wir werden wahrscheinlich nie genau wissen, wie die Wirbelkrankheit oder Deckelschnecke in die Parkgewässer eingeführt wurden, aber Angler können dabei helfen, dass andere Arten ankommen.

Aus diesem Grund veröffentlicht der Yellowstone diese Angelegenheit in einer Broschüre und in anderen Informationen für Angler und Bootsbesitzer, die ihre Erholung im Park suchen. Die Anstrengungen des Parks verbindet die anderer Stellen in der Region und die Nation arbeitet daran, das Wasser-Ökosystem des Landes zu schützen.

Wasserinvasoren: Neuseeländische Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum, engl. new zealand mud snail)

NPS-Foto: Neuseeländische DeckelschneckeDie Neuseeländische Deckelschnecke ist in die Gewässer des Parks eingedrungen. Ungefähr 6 mm lang bildet die neuseeländische Deckelschnecke dichte Kolonien auf der Wasservegetation und auf Felsen entlang von Bachbetten. Die Schnecken verdrängen einheimische Gemeinschaften von Wasserinsekten, die die Hauptfutterquelle für Fische sind. Sie konsumieren auch einen Großteil des Algenwachstums im Parkgewässern, eine weitere Hauptfutterquelle für Fische und andere einheimische Arten. Strategien, die sich mit diesem Eindringling beschäftigen, werden entwickelt.

Wasserinvasoren: Seeforelle (Salmo trutta lacustris, engl. lake trout)

NPS-Foto: SeeforellenDie nicht einheimische Seeforelle wurde im Yellowstone Lake entdeckt und bedroht das Überleben der einheimischen Yellowstone-Cutthroat-Forelle und anderer Arten, die von dieser einheimischen Forellenart abhängen.

Geschichte / Hintergrund

  • Während der Zeit, als der Park Fische einsetzte, wurde die Seeforelle in den Lewis und Shoshone Lake eingesetzt.
  • 1994 fing ein Angler die erste bestätigte Seeforelle im Yellowstone Lake.
  • Niemand ist bekannt, wie die Seeforelle in den Yellowstone Lake eingeführt wurde, aber dies geschah wahrscheinlich schon vor einigen Jahrzehnten.
  • Eine Seeforelle kann ungefähr 41 Cutthroat-Forellen pro Jahr fressen.
  • Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, wird die Cutthroat-Forelle im Yellowstone Lake um 50…90% in 20 Jahren abnehmen.
  • Viele Wildtierarten, einschließlich Grizzlybären und Weißkopfseeadler, hängen von der Cutthroat-Forelle als Teil ihrer Nahrung ab.
  • Die meisten Raubtiere können die Seeforelle nicht fangen, da sie in größeren Tiefen wie die Cutthroat-Forelle lebt, im See leicht anstatt in den seichten Nebenbereichen und sind für viele Raubtiere viel zu groß.

Aktueller Status

  • NPS-Foto: Treibnetzfischen der SeeforellenDie Mitarbeiter der Fischerei entfernen die Seeforellen durch Treibnetze: über 130000 Seeforellen wurden auf diese Weise seit Mitte der 1990iger Jahre entfernt.
  • Vorschriften ermuntern Angler die Seeforelle zu fangen; ungefähr 5000 werden so jedes Jahr gefangen.
  • Biologen erforschen die Anzahl und Verteilung der Seeforelle im Yellowstone Lake.
  • Mit fortgesetzten, aggressiven Steuerungsmethoden, wird die Anzahl der Seeforelle reduziert und deren Einfluss auf die Cutthroat-Forelle verringert.

Die Seeforelle ist ein großer und aggressiver Raubfisch, der die Cutthroat-Forelle in anderen Seen des Westens reduziert hat. Wenn die Population im Yellowstone Lake nicht kontrolliert wird, werden die Einflüsse weitaus weiter reichen wie den Bestand der Cutthroat-Forelle betreffend. Dies hat das Potential einer ökologischen Katastrophe

Verfolgung der Seeforelle

Das Treibnetzfischen der Seeforelle beginnt nachdem das Eis vom See verschwunden ist und wird bis in den Oktober fortgesetzt. Seit diese Steuerungsaktion der Seeforelle Mitte der 1990iger Jahre begann, wurden über 130000 Seeforellen gefangen. Die Treibnetzmethode liefert auch wertvolle Populationsdaten – Anzahl, Altersstruktur, Geschlechtsreife und potentielle neue Laichgebiete – führen zu einer weitaus effektiveren Steuerung dieser Art. Zum Beispiel wurde ein Laichgebiet der Seeforelle im Laufe des Jahres 1996 im West Thumb des Yellowstone Lakes bei Carrington Island gefunden. Seitdem haben Wissenschaftler Laichgebiete in West Thumb zwischen Breeze Point und der Mündung des Solution Creek und außerhalb des Geysir-Basins entdeckt.

Hydroakustische Untersuchungen (mit sonarbasierenden Fischsuchgeräten) im Jahr 1997 bestätigten, dass sich die Seeforellen im westlichen Teil des Yellowstone Lakes konzentrierten. Diese Untersuchungen enthüllten, dass mittelgroße (30…41 cm) Seeforellen sich überwiegend im tieferen Wasser (über 40 m) im Vergleich zur Yellowstone-Cutthroat-Forelle aufhalten. Die hydroakustischen Daten liefern auch eine Schätzung der Mindestmenge der Cutthroat- und Seeforelle, die unbezahlbare Informationen für Langzeituntersuchungen der gesamten Anstrengungen darstellen.

Angler sind ein wichtiger Bestandteil des Verwaltungsprogramms der Seeforelle. Sie hatten den größten Erfolg beim Fangen von Seeforellen zwischen 38 und 61 cm Länge. Diese Fische werden im flachen, ufernahen Bereich im Juni und frühen Juli gefunden. Angler fangen ungefähr 4…5 Prozent der Seeforellen, die aus dem Yellowstone Lake entfernt werden. Die Fischereibestimmungen fordern von den Anglern alle Seeforellen zu töten, die im Yellowstone Lake und seinen Nebengewässern gefangen werden. In 2001 wurden die Bestimmungen weiter beschränkt, dass alle Cutthroat-Forellen nach dem Fangen wieder freizulassen sind.

Ungefähr 80 Prozent der Nahrung von ausgewachsenen Seeforellen bestehen aus Cutthroat-Forellen. Auf Grund von Studien über das Raubverhalten der Seeforellen im Yellowstone Lake, schätzen Fischereibiologen, dass ungefähr 41 Cutthroat-Forellen mit jedem Fang einer Seeforelle gerettet werden können.

Seeforellen können wahrscheinlich nicht vom Yellowstone Lake eliminiert werden. Jedoch kann fortlaufende Verwaltung das Problem des Wachsens der Seeforellenpopulation kontrollieren und eine Cutthroat-Forellen-Population aufrecht erhalten, die ein kritischer ökologische Verbindung zwischen dem Yellowstone Lake und seiner umgebenden Landschaft ist.

Wasserinvasoren: Drehkrankheit (Verursacher: Myxobolus cerebralis)

Die Drehkrankheit wird durch einen Parasiten verursacht, der den sich entwickelnden Knorpel von Jungfischen angreift, der Skelettverformungen verursacht und manchmal zu einem Drehverhalten führt. Betroffene Fische können nicht normal Fressen und sind gegen Raubtiere anfälliger.

Geschichte / Hintergrund

  • Die Krankheit wurde zuerst in Europa vor über 100 Jahren beschrieben. Sie wurde in der Mitte der 1950iger Jahre in den USA entdeckt.
  • Es ist am wahrscheinlichsten, dass sie in gefrorenen Fisch in die USA eingeführt wurde.
  • Die Drehkrankheit wurde in 20 Staaten bestätigt und scheint sich sehr schnell durch die westlichen Vereinigten Staaten auszubreiten.
  • Die Regenbogenforellen scheinen am anfälligsten für diese Krankheit zu sein; neueste Labertests deuten an, dass die Cutthroat-Forelle ebenso hoch anfällig ist. Seeforellen und Äschen scheinen immun gegen diese Krankheit sein und die Bachforelle ist resistent, kann jedoch infiziert werden und den Parasit tragen.
  • Es gibt keine Behandlung für diese Krankheit.

Aktueller Status

  • Überprüfung auf die Drehkrankheit wird im gesamten Parkt fortgesetzt.
  • Die Population der wandernden Cutthroat-Forelle im Pelican Creek ist wahrscheinlich verloren.

Im Madison River im westlichen Montana wurde lange als stabiler, erstklassiges Forellenfischgebiet betrachtet. Beginnend im Jahr 1991 zeigten Studien jedoch in einem Bereich des Flusses außerhalb des Yellowstone Nationalparks an, das sich etwas änderte. Der Bestand der Regenbogenforelle in dem Studienabschnitt nahm dramatisch ab. Untersuchungen, die im Spätjahr 1994 abgeschlossen wurden, bestätigten die Anwesenheit der Drehkrankheit, von der Wissenschaftler glauben, dass sie eine der Faktoren für die Abnahme ist.

Die Drehkrankheit wird durch einen mikroskopischen Parasiten verursacht, der Forellen und Lachse befällt; er kann keine Menschen infizieren. Der Parasit greift den sich entwickelnden Knorpel von Fischen im Alter von 1…6 Monaten an und verursacht Verformungen der Knochenstruktur. Ein infizierter Fisch kann einen verformten Kopf oder Schwanz haben, geschwärzte Bereiche des Schwanzes und ein drehendes Schwimmverhalten. Er ist wahrscheinlich unfähig normal zu fressen und ist von Raubtieren leichter zu fangen.

Es gibt nur wenige Informationen, wie sich der Parasit in der Wildnis von einem Gewässer zum nächsten bewegt. In Montana sind dies die Madison, Gallatin und Yellowstone River. Im Yellowstone Nationalpark bestehen ernsthafte Infektionen im Yellowstone River und Pelican Creek; leichte Infektionen gibt es im Clear Creek und im Firehole River. Sie hat die Population der Cutthroat-Forelle im Pelican Creek ernsthaft dezimiert.

In einem Bericht vom Juni 1996 legt die Arbeitsgruppe Drehkrankheit (Montana) dar, dass die Drehkrankheit „die gefährlichste Bedrohung für wilde, einheimische und nicht-einheimische, sich natürlich vermehrende Forellenbestände in Montana“ und „die entscheidende Frage ist nicht länger, ob sich die Drehkrankheit ausbreitet, sondern wie lange sie andauert.“

Es gibt keine wirksame Behandlung für wilde Forellen, die von der Krankheit betroffen sind oder für Gewässer, die infizierten Fisch beinhalten. Deswegen ist jeder, der sich an Aktivitäten im, am oder auf dem Wasser beteiligt – einschließlich Angler, Bootsfahrer oder Schwimmer – sind aufgefordert, Schritte zu unternehmen, um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Dies schließt die Reinigung der gesamten Ausrüstung von Dreck und Wasservegetation und die Kontrolle der Fußbekleidung bevor man sich zum nächsten Gewässer bewegt. Angler sollten keinen Fisch zwischen Gewässern transportieren und sie sollten den Fisch im Wasser reinigen, wo sie gefangen wurden.

Weitere Invasoren sind auf ihrem Vormarsch

Verschiedene exotische Wasserlebensformen breiten sich in den Vereinigten Staaten aus, unter denen sich die hier beschriebenen Arten befinden. Fischereibiologen glauben, dass sie sich in Richtung des Yellowstones rasch vorwärtsbewegen und wahrscheinlich bald in den Gewässern des Parks auftauchen. Ihr Eintreffen kann verzögert werden, wenn Angler beachten:

  • Es ist illegal, irgendeinen Fisch als Köter im Yellowstone Nationalpark zu verwenden.
  • Es ist illegal, Fische zwischen jedem Gewässer in der Yellowstone-Region zu bewegen.
  • Es ist illegal, Fischarten jeder Art in die Gewässer des Yellowstones einzuführen.

Ährige Tausendblatt (Myriophyllum spicatum, engl. Eurasian water-milfoil)

Das ährige Tausendblatt hat sich durch 45 der 48 zusammenhängenden Vereinigten Staaten beweg. Montana, Wyoming und Maine sind noch nicht von diesem Wasserinvasor betroffen.

Diese exotische Wasserpflanze lebt in ruhigen Gewässern wie Seen, Tümpeln und ruhigen Bereichen der Flüsse und Fließgewässer. Es wächst besonders gut in Gewässern, die kanalisierte Überläufe oder reichliche Motorbootbenutzung haben, wie Bridge Bay.

Das ährige Tausendblatt verbreitet sich durch Stengelfragmente, die mit der Bootsausrüstung transportiert werden, was ein weiterer Grund ist, warum Boote vollständig gereinigt, ausgespült und untersucht werden sollten, bevor sie in den Yellowstone Nationalpark gebracht werden.

© 1999-2009 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.